Central
Pacific Railroad - (de)
Die Central Pacific Railroad war eine Eisenbahngesellschaft im Westen der
Vereinigten Staaten.
Sie entstand 1861 und ging durch ihre Beteiligung am Bau der ersten
transkontinentalen Eisenbahnverbindung in die Geschichte der Eisenbahn in
Nordamerika ein. Die Gesellschaft wurde später in die Southern Pacific
Railroad eingegliedert.
Mark HopkinsTheodore D. Judah, Eigentümer der Sacramento Valley Rail Road
suchte Investoren für den Bau einer Eisenbahnstrecke von Sacramento nach
Virginia (Nevada). In Collis P. Huntington, Mark Hopkins, Charles Crocker
und Leland Stanford fand er sie. Sie wurden bald unter der Bezeichnung
„Big Four“ bekannt.
Im Juni 1861 gründeten sie die Central Pacific Railroad. Mit dem 1862
beschlossenen Pacific Railroad Act, dem Gesetz zur Finanzierung und
Unterstützung des Baus der transkontinentalen Eisenbahnverbindung,
erhielt die Central Pacific Railroad den Auftrag, mit dem Bau von Westen
aus zu beginnen. Die Bundesregierung in Washington stellte entsprechende
finanzielle Beihilfen je gebauter Streckenmeile sowie Land zur Verfügung.
Dies hatte zur Folge, dass nicht in jedem Falle die effizienteste
Streckenführung gewählt wurde.
Leland Stanford
Im Januar 1863 begann der Bau. Als größtes Hindernis erwies sich die Überquerung
der Sierra Nevada. Da nicht genug Arbeitskräfte zur Verfügung standen,
wurden über 15.000 Chinesen angeworben.
Die Strecke über den Donner Pass wurde am 30. November 1867
fertiggestellt. In der Folgezeit kam es zu einem regelrechten Wettkampf
mit der Union Pacific Railroad, da jede Gesellschaft soviele
Streckenkilometer wie möglich fertigstellen wollte. Zeitweise bauten die
Gesellschaften an parallelen Trassen. Schließlich einigte man sich
darauf, den Zusammenschluss am heutigen Golden Spike National Historic
Site am Großen Salzsee in Utah durchzuführen.
Am 10. Mai 1869 wurde die erste transkontinentale Eisenbahnverbindung
Amerikas vollendet.
Erschließung Kaliforniens
Collis P. Huntington
In der Folgezeit erfolgte der Bau einer Anschlußstrecke von Sacramento
nach Oakland über den Altamond Pass und 1876 durch den Kauf der „California
Pacific Railroad“ die Vergrößerung des Streckenetzes bis nach Vallejo.
1879 wurde eine Verbindung zwischen Porta Costa und Oakland
fertiggestellt. Zusammen mit einer Eisenbahnfähre über die Carquinez
Strait zwischen Porta Costa und Benicia wurde eine zweite Verbindung nach
Oakland geschaffen. Die Fähren wurden 1929 durch eine Brücke über die
Meeresbucht abgelöst.
Schon frühzeitig begann die Central Pacific ihr Streckennetz auch nach
Norden zu erweitern.
1870 erwarb die Central Pacific die „California & Oregon Railroad“
die von Marysville aus eine Strecke nach Norden baute. Sie baute diese
Strecke weiter durch Redding entlang des Sacramento River und über die
Siskiyou Range um eine Verbindung mit der Oregon & California Railroad
in Ashland, Oregon 1887 herzustellen. Mit dem Erwerb dieser Gesellschaften
konnte die das Streckennetz bis nach Portland ausgedehnt werden.
1909 erfolgte dann die Eröffnung einer Strecke von Black Butte am Fuß
des Mount Shasta nach Klamath Falls.
Bis 1870 gelangten die „Big Four“ in den Besitz der San Francisco
& San Jose Railroad und der Southern Pacific Railroad. Letztere war
gegründet worden, um eine Eisenbahnstrecke nach New Orleans zu bauen.
Nach der Fertigstellung der transkontinentalen Verbindung verfügte die
Gesellschaft über das Quasi-Monopol für den Eisenbahntransport nach
Osten. Dieses nutzte sie konsequent aus. Zum einem brachte sie Gemeinden
dazu, für Anschlüsse ans Schienennetz entsprechende Zahlungen zu leisten
oder sie setzte stark überhöhte Transportpreise fest. Mit ihrer daraus
gewonnen finanziellen Macht übte sie Einfluss auf Politik und Medien aus.
Das Monopol wurde erst gebrochen, als in den 80er Jahren Portland durch
die Union Pacific und die Northern Pacific erreicht wurde und die Santa Fe
1897 ihre durchgehende Verbindung nach Kalifornien fertigstellte. Die
„Big Four“ besaßen zu dieser Zeit über 400 verschiedene Unternehmen,
die in allen Gebieten der Infrastrukturentwicklung, unter anderem
Transport, Land, Wasser, Öl, Landwirtschaft tätig waren, so dass die
Einflussnahme des Unternehmens auf die Wirtschaft Kaliforniens noch lange
bestehen blieb. Frank Norris schrieb auf der Grundlage dieser Aktivitäten
seinen Roman „The Octopus:A Story of California“.
Bis 1884 waren Central Pacific und Southern Pacific zwei eigenständige
Gesellschaften, die beide jedoch durch die selben Personen (Big Four)
kontrolliert wurden und deshalb auch als ein System betrieben wurden. Um
die Gesellschaftsverhältnisse zu vereinfachen, wurde deshalb die Southern
Pacific Company gegründet, die die Southern Pacific Railroad ablöste.
Die Central Pacific Railroad verpachtete ihren Besitz an die SP und
reorganisierte sich als Central Pacific Railway.
Durch Bestrebungen des Präsidenten der USA Theodore Roosevelt 1912 die
Macht der Monopolunternehmen mittels des Sherman Antitrust Acts einzuschränken,
wurde verlangt, dass sich Southern Pacific und Central Pacific trennen
sollten. Dieser Schritt hätte jedoch dazu geführt, dass die Southern
Pacific nicht mehr überlebensfähig gewesen wäre, da sich die meisten
Strecken in Kalifornien, Oregon und Nevada im Eigentum der Central Pacific
befanden.
Die Central Pacific wurde deshalb bis 1959 kommissarisch von der Southern
Pacific geführt. Erst dann konnte die Southern Pacific die Central
Pacific komplett übernehmen.