GlaxoSmithKline
plc. - (de)
GlaxoSmithKline plc. (GSK) ist ein großes Pharmaunternehmen aus Großbritannien
mit Hauptsitz in London und Philadelphia. Im Dezember 2000 ging es aus der
Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham hervor und gehört
seither mit etwas über 100.000 Mitarbeitern zu den fünf größten
Pharmakonzernen der Welt. Das Unternehmen gibt für 2004 20 Mrd. britische
Pfund und für 2005 22 Mrd. Pfund als Umsatz an. Die Gewinne vor Steuern (operating
profit) waren 2005 7 Mrd. Pfund.

Der Konzern investiert in eigene Forschung, um neue Medikamentenwirkstoffe
zu entwickeln. Das derzeitige Produktportfolio umfasst Impfstoffe zur Prävention
und Therapeutika zur Behandlung von Krankheiten. Die
Forschungsanstrengungen richten sich auch auf Krankheiten, die vorwiegend
in unterentwickelten Ländern verbreitet sind. Deren Behandlung und
Heilung genießt bei den meisten Pharmaunternehmen in der Regel einen
geringen Stellenwert, weil die finanziellen Gewinnaussichten im Vergleich
zum Vertrieb von "Blockbustern" in den industrialisierten Länder
eingeschränkt oder nicht vorhanden sind. GSK nimmt für sich in Anspruch,
neben dem vorrangigen Unternehmenszweck der Gewinnerzielung auch humanitäre
Ziele zu verfolgen. Der Unternehmenswahlspruch lautet "do more, feel
better, live longer."
GlaxoSmithKline ist unter anderem an der NYSE und der FTSE gelistet. Der
CEO ist Jean-Pierre Garnier (ehemaliger COO von SmithKline Beecham) und
Aufsichtsrats Vorsitzender ist Sir Christopher Hoog.
Wie auch andere forschende Pharmaunternehmen arbeitet GSK hart daran,
seine Patente auf die chemischen Formeln und ihre Markenrechte zu schützen.
So zog GSK 2002 vor Gericht, um sein Patent auf Amoxicillin und 2003 auf
Paroxetin zu schützen; beide Verfahren wurden aber verloren.

Auf der Aktionärsversammlung am 19. Mai 2003 verweigerten die Aktionäre
die Auszahlung von 22 Millionen Pfund als Bonus an Jean-Pierre Garnier.
Das war das erste Mal, dass Aktionäre sich so gegen einen großen
britischen Konzern wehrten. Es gilt als Wendepunkt beim Kampf der Aktionäre
gegen die überhöhten Boni für Vorstände.
Im Juni 2004 stand GSK vor Gericht und musste sich gegen den Vorwurf
verteidigen, klinische Studien zu verhindern. Diese Studien sollten
zeigen, ob der gegen Depressionen eingesetzte Wirkstoff Paroxetin tatsächlich
effektiver ist als Placebos, oder im Gegenteil das Selbstmordrisiko junger
Menschen, die an Depressionen leiden, erhöht. Das Verfahren ist noch
nicht abgeschlossen.

In dem Bemühen, die Transparenz von klinischen Studien zu erhöhen, hat
GSK als erstes Pharmaunternehmen 2004 damit begonnen, die Ergebnisse von
klinischen Studien mit detaillierten Daten im Internet zu veröffentlichen.
Im so genannten "Clinical Trials Register" werden sukzessive
Daten von allen Studien zu GSK-Produkten veröffentlicht, die der Konzern
selbst durchgeführt oder finanziell unterstützt hat. Dies ist unabhängig
davon, ob die Studienergebnisse "opportun" waren.