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EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) - (de)

EADS ist ein europäischer Konzern mit über 113.000 Beschäftigten (2005), mehr als 70 Produktionsstandorten in Europa und 35 Außenbüros weltweit und ist mit einem Umsatz von 34,2 Milliarden Euro (2005) nach Boeing das zweitgrößte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt. Der Konzern ging am 10. Juli 2000 aus einer Fusion der deutschen DASA (DaimlerChrysler Aerospace), der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.) hervor. Sitz der Deutschlandzentrale des Konzerns ist Ottobrunn bei München.


Jahr 2000
Mit dem Tag des 10. Juli 2000 beginnt die Geschichte des größten europäischen Luft-und Raumfahrtkonzerns. Er entsteht aus einer Fusion der deutschen DASA (DaimlerChrysler Aerospace), der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.). Dabei werden 30% der Aktien an den Börsen ausgegeben, ebenfalls je 30% halten die Lagardère-Gruppe zusammen mit dem französischen Staat und Daimler Chrysler.

Des Weiteren hält die spanische SEPI 5,5%. Der Rest der Anteile liegt bei Kleinaktionären (Streubesitz). Im gleichen Jahr übernehmen der Deutsche Rainer Hertrich sowie der Franzose Phillippe Camus die Positionen der Vorsitzenden (Chief Executive Officers). Aufgrund von Uneinigkeiten zwischen den Anteilhabern von Airbus und der Separierung von BAE Systems integriert die EADS zu 80% das Unternehmen Airbus, 20% hingegen verbleiben bei BAE Systems. Aus diesem Grund trägt Airbus folgenden Untertitel: an EADS joint venture with BAE SYSTEMS. Ende des Jahres verkündet Airbus nun offiziell den Start des A380-Programms, da bereits 50 feste Kaufzusagen eingegangen sind.

Jahr 2001
Auch im Jahr 2001 versucht EADS kontinuierlich neue Kooperationen einzugehen, d.h. so genannte Joint Venture zu gründen. Daraus resultiert das Gemeinschaftsunternehmen zwischen der EADS und Thales Nederland. Zusammen erstellen die beiden Unternehmen Marinekampfsysteme und verdeutlichen die Vielfältigkeit der EADS. Auch MBDA resultiert aus diversen Unternehmen wie EADS Aerospatiale Matra Missiles, Matra BAE Dynamics und Alenia Marconi Systems.


Dieses Unternehmen beschäftigt sich mit der Herstellung von Flugkörpern, die unter anderem für den Eurofighter EF 2000, der Dassault Rafale und die Saab JAS-39 Gripen hergestellt werden. Ebenfalls im Jahre 2001 wird die EADS Aeroframe Services LLC gegründet. Dieses Joint Venture zwischen EADS (81%) und Northrop Grumman (19%) ist für die Betreuung für alle in Nord- und Südamerika operierenden Airbus-Flugzeuge zuständig. Nach der Entscheidung der polnischen Regierung, ihre Streitkräfte durch die Produkte der EADS aufzurüsten (u.a. durch die C-295) erwirbt die EADS 85% des Aktienkapitals von "PZL Warszawa Okecie" und integriert das Unternehmen nun vollständig in die EADS mit der neuen Bezeichnung "EADS PZL". Die EADS wird durch ein gesteigertes Auftragsvolumen, in Form von Neuaufträgen beim A380, beim A400M und beim Eurocopter Tiger stetig gefestigt.

Jahr 2002
Neben zahlreichen Neuvorstellungen und Erstflügen (A318, EC 145, Eurocopter Tiger, Eurofighter Typhoon) beginnt die Produktion des europäischen Flaggschiffs A380 und es erfolgt die Genehmigung der EU zum Bau eines eigenen Satellitennavigationssystems namens Galileo. Auch 2002 kann EADS seinen Umsatz erneut durch Hinzugewinnung vieler neuer Aufträge, vor allem im militärischen Sektor und in der Zusammenarbeit mit den USA steigern.

Jahr 2003
Erstmals gelingt es Airbus, dem Hauptkonkurrenten Boeing im Bereich der Billigflieger, durch den Vertrag über 120 Airbus A319 mit easyJet, Markt abzugewinnen. Des Weiteren übernimmt EADS nun vollständig die Führung an Astrium und Paradigm, da sie etwaige Anteile von BAE Systems abgekauft haben. Ein weiterer Meilenstein der EADS in diesem Jahr ist die Aufnahme in den MDAX Aktienindex. Die größere Marktpalette und die Vielfältigkeit der EADS zwingen das Unternehmen zur Neustrukturierung. Dabei geht als eine der 5 Divisionen die EADS Defence and Security Systems hervor. Ziel der neuen Division ist die Bündelung der militärischen Geschäftsfelder des Unternehmens. So werden ihr unter anderem die Geschäftsbereiche Military Aircraft, Defence Electronics, Defense and Communications Systems, Missiles und Services unterstellt.

Weiterhin ist das Jahr 2003 durch zahlreiche neue Aufträge und einer globalen Erweiterung des Unternehmens vor allem in den USA und Russland geprägt. Der Erfolg von EADS spiegelt sich auch in dessen Auslieferungen wieder. So wurde erstmals in der Geschichte der Luftfahrt das Auftragsvolumen von Boeing übertroffen und Airbus somit zum Marktführer erkoren.


Der Eurofighter Typhoon
Jahr 2004
Neben der stetig besseren Zusammenarbeit der Geschäftsfelder der EADS harmoniert nun zunehmend auch die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Regierungen und den europäischen Luftfahrtgesellschaften mit der EADS, was sich vor allem an gesteigerten Aufträgen an diese widerspiegelt. (siehe Aufträge Eurofighter Typhoon oder A330-200MRTT). Auch der globale Ausbau wird durch die Gründung der EADS Russland bestätigt, dem ersten Konstruktionszentrum von Airbus außerhalb der Gründungsländer. Ende des Jahres wird von der EADS und BAE Systems die Vermarktung des A350 beschlossen, dem ersten Flugzeug, dass seit langer Zeit Kritik ernten sollte. Kritisiert wird, dass dieses Flugzeug zu wenig Innovationen beinhaltet und dadurch dem Konkurrent Boeing mit dem Entwurf der Boeing 787 Dreamliner wichtige Marktanteile überlässt.

Der Airbus A380 zeigt sich dem Publikum
Jahr 2005
Das Jahr 2005 ist vor allem durch die Enthüllung des Airbus A380 geprägt. Aber auch andere wichtige Produkte, wie der Eurofighter Typhoon werden nun erstmalig in der Endkonfiguration an die Endkunden ausgeliefert. Nach heftigen internen Auseinandersetzungen werden Thomas Enders und Noël Forgeard gleichberechtigte Präsidenten von EADS, während Gustav Humbert die Leitung von Airbus übernimmt. Als Konsequenz werden innerhalb der EADS-Führungsriege ebenfalls zwei Chief Operating Officers - jeweils für Strategie, Internationales Geschäft sowie Finanzen - bestimmt. Dies sind zum einen der Franzose Jean-Paul Gut und zum anderen der Deutsche Hans-Peter Ring.


Jahr 2006
Im Frühjahr gerät EADS im Zusammenhang mit der Affäre Clearstream II in Frankreich in die Schlagzeilen. Im Mai 2006 gibt der EADS-Vizepräsident Jean-Louis Gergorin zu, Autor anonymer Briefe an Untersuchungsrichter zu sein, in denen Nicolas Sarkozy und andere Politiker fälschlich verdächtigt wurden, über Geheimkonten bei Clearstream Schmiergelder kassiert zu haben. Gergorin wird von seinem Posten bei EADS suspendiert. Zuvor waren im April 2006 die Büros von Gergorin und anderen EADS-Managern von der französischen Justiz durchsucht worden. Im Sommer gerät der Co-Chef von EADS Noël Forgeard in die Schlagzeilen als bekannt wird, dass er Optionen im Wert von mehr als einer Mio. € etwa zwei Wochen vor Bekanntwerden der Verschiebung des geplanten Auslieferungstermins des neuen Modells A380 verkauft hat, was allgemein als Anzeichen für ein Insidergeschäft gewertet wird. Forgeard streitet dies ab und gibt seinem deutschen Kollegen die Schuld für die Verzögerungen. Am 2. Juli 2006 gibt er seinen Rücktritt bekannt. Nachfolger von Forgeard wird der bisherige Chef der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF Louis Gallois. Gleichzeitig tritt Gustav Humbert von seiner Funktion als Chef von Airbus zurück. Sein Nachfolger wird Christian Streiff. Im August erhält EADS einen Großauftrag im Umfang von 3 bis 4 Mrd. Euro zum Aufbau eines neuen, digitalen Polizeifunknetzes für Deutschland in Kooperation mit Siemens. EADS kauft Anfang August den 20-prozentigen Airbus-Anteil von BAE System für 2,75 Mrd. Euro und ist damit Alleineigentümer von Airbus.

Ebenfalls im August 2006 kauft die staatliche russische Außenhandelsbank WTB (früher Wneschtorgbank) 5,02% der Aktien der EADS. Das Aktienpaket hat etwa 781 Mio. Euro gekostet, berichtet die Moskauer Wirtschaftszeitung Wedomosti. Gemäß der Zeitung sagten Russische Regierungsvertreter, Moskau wolle mit dem Engagement langfristig auch Einfluss auf die Führung von EADS nehmen. Die Wneschtorgbank habe zum Einstieg den Kurssturz genutzt, der die EADS-Papiere in den vergangenen Monaten wegen des internen Streits und der Probleme beim Bau des Riesenflugzeugs A380 traf. Im Oktober geben Vertreter der Wneschtorgbank bekannt, dass sie ihren Anteil auf sechs bis sieben Prozent aufgestockt hätten, berichtet das französische Wirtschaftsmagazin Les Echos.

Christian Streiff tritt Anfang Oktober nach nur drei Monaten von seiner Funktion zurück, die von Louis Gallois zusätzlich zu seinen Funktionen bei EADS übernommen wird und kündigt nach Gerüchten über Verschiebung der Endmontage des A380 von Hamburg nach Toulouse einen Standortwettbewerb an. Gleichzeitig wird bekannt, dass Daimler-Chrysler beabsichtigt, seinen Anteil am EADS-Konzern um 7,5 % zu verringern. Um nicht die Ausgewogenheit der Beteiligung von Frankreich und Deutschland -- beide halten 22,49% der EADS Anteile -- zu gefährden, sucht auch die Politik nach Lösungen.

Als Kompromiss zeichnet sich die Übernahme des Anteils durch ein Bankenkonsortium ab, ohne einen eigenen Stimmenanteil an EADS zu erwerben. Dadurch scheint auch die Teilfinanzierung durch ausländische Banken unproblematisch. Ein Rückkauf durch Daimler-Chrysler könnte in mehreren Jahren erfolgen.

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