DaimlerChrysler
AG - (de)
1883 ließ sich Gottlieb Daimler erstmals Patentrechte für einen
"Gasmotor mit Glührohrzündung" sowie für die
"Regulierung der Geschwindigkeit des Motors durch Steuerung des
Auslassventils" sichern. Die beiden Patente waren die Grundlage für
den weltweit ersten schnell laufenden Verbrennungsmotor. Drei Jahre später
ließ sich Carl Friedrich Benz das "Automobil", ein dreirädriges
Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung, patentieren.
In den zwanziger Jahren kämpften fast alle Autobauer ums Überleben. Die
Deutsche Bank regte einen Zusammenschluss von Benz und Daimler an, auch
weil sie so Forderungen in Anteile an dem neuen Konzern tauschen könnte.
Die aus den Arbeiten beider Automobilpioniere hervorgegangenen Unternehmen
"Benz & Co Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim" (Benz &
Cie. ab 1899) und "Daimler-Motoren-Gesellschaft" fusionierten am
28. Juni 1926 zur Daimler-Benz AG mit Sitz in Berlin. Seit dieser Zeit
stellt die Deutsche Bank stets den Vorsitzenden des Aufsichtsrats bei
Daimler-Benz, später dann auch bei Daimler-Chrysler.
Wilhelm Friedle, bis 1935 Betriebsdirektor der Daimler-Benz AG, Werk
Sindelfingen, brachte das Fließband nach Deutschland.
Immer wieder hat sich das Unternehmen in den folgenden Jahren als
Innovationsführer auf dem Automobilmarkt gezeigt – so wurden 1951 die
Sicherheitsfahrgastzelle, 1981 der Airbag und der Gurtstrammer als
Neuentwicklungen eingeführt.

1962 beschäftigte die Daimler-Benz AG 90.000 Mitarbeiter und
erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 4,4 Milliarden DM.
1972 waren 149.800 Mitarbeiter bei Daimler-Benz beschäftigt und erzielten
einen Jahresumsatz von 13,3 Milliarden DM.
Ab Mitte der 1980er Jahre expandierte das Unternehmen unter seinem
Vorstandsvorsitzenden Edzard Reuter in andere Bereiche: Der Konzern erwarb
die Dornier GmbH, die MTU Motoren- und Turbinen-Union, Fokker sowie die
AEG. Aus Teilen dieser Tochterunternehmen wurde die "Deutsche
Aerospace AG" (DASA) geformt. Ebenfalls schloss man die konzerneigene
Verkehrstechnik-Sparte mit derjenigen von ABB zusammen. Die daraus
entstandene Tochter Adtranz war 100%-ige Tochter von Daimler-Benz. Neu
gegründete Tochterunternehmen waren die "Deutsche Airbus GmbH"
und die "Daimler-Benz Inter Services" (debis), so dass der
Konzern inklusive der Autosparte nunmehr aus vier Konzernbereichen
bestand.

1989 beschäftigte die Daimler-Benz AG (mit AEG) 368.200 Mitarbeiter und
erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 76,392 Milliarden DM. 1990 erhöhte
sich der Umsatz auf 85,500 Milliarden DM.
Nach der Übernahme des CEO-Postens durch Jürgen Schrempp 1995 erfolgte
eine stetige Abkehr von Reuters Traum des "integrierten
Technologiekonzerns". Verlustbringer wie Fokker, AEG, Adtranz und
Dornier wurden (teilweise unter enormen Kosten) abgestoßen, obwohl
Schrempp z. B. den Kauf von Fokker als DASA-Chef einst selbst in die Wege
geleitet hatte.
Geschichte von Chrysler bis 1998
Nachdem Walter P. Chrysler 1920 als Vizechef von General Motors zurücktrat,
nahm er ein Angebot von Willys-Overland an und wurde geschäftsführender
Vizepräsident des Unternehmens. Unter seiner Ägide kehrte das zuvor
stark defizitäre Unternehmen in die Gewinnzone zurück. Parallel dazu
belebte Walter P. Chrysler die traditionsreiche Maxwell Motor Company
wieder.
1925 fusionierten beide Unternehmen zur neuen Chrysler Corporation.
1928 übernahm das neue Unternehmen die Dodge Brothers Inc (ein
Unternehmen, das mehr als viermal so groß wie Chrysler selbst war) und
wurde damit zum drittgrößten Automobilbauer der USA. Marken des Konzerns
waren bereits zu diesem Zeitpunkt: Chrysler, Dodge, Imperial, DeSoto und
Plymouth.

1987 erwarb Chrysler die American Motors Corporation (AMC), wodurch auch
die Marke Jeep in den Besitz Chryslers überging.
Geschichte von DaimlerChrysler ab 1998
1998 fusionierten die beiden Unternehmen in einer "Merger of Equals"
("Fusion unter Gleichen") zur neuen DaimlerChrysler AG. Das neue
Unternehmen hat seinen Sitz zwar in Stuttgart, der Vorstand (zunächst
paritätisch von beiden Konzernteilen besetzt) tagt jedoch wechselnd in
Stuttgart und Auburn Hills.
Nach zwei Jahren erklärte der Co-Vorsitzende Robert Eaton seinen Rücktritt,
so dass Jürgen Schrempp zum alleinigen Vorstandsvorsitzenden wurde. Jürgen
Schrempp hat sein Amt am 1. Januar 2006 an Dieter Zetsche weitergegeben.
Nach und nach verschob sich auch das Stimmenverhältnis im Vorstand immer
mehr zugunsten der deutschen Mitglieder.