Chicago,
Burlington & Quincy Railroad Company - (de)
Die Chicago, Burlington & Quincy Railroad (CB&Q) war eine
US-amerikanische Eisenbahngesellschaft, deren Streckennetz sich von
Chicago durch den Mittleren Westen und darüber hinaus bis nach Denver in
Colorado und Billings in Montana ausdehnte. Sie ging am 2. März 1970 mit
der Great Northern Railway zusammen in die Burlington Northern Railroad
auf.
Geschichte
Der älteste Vorläufer der Chicago, Burlington and Quincy Railroad war
die am 12. Februar 1849 gegründete Aurora Branch Railroad. Die
Gesellschaft wollte einen Zugbetrieb zwischen Aurora und Chicago anbieten.
Am 2. September 1850 fuhr der erste Zug, über eigene Gleise bis Turner
Junction (West Chicago) und über Gleise der Galena and Chicago Union
Railroad (G&CU), der Vorgängergesellschaft der Chicago and
Northwestern Railway. Nach der G&CU war die Aurora Branch Railroad die
zweite Bahngesellschaft, die Zugfahrten nach Chicago durchführte. Am
Anfang geschah dies mit geliehenem Fahrzeugmaterial der Galena Road, da
das eigene noch nicht eingetroffen war.

1852 änderte die Bahngesellschaft ihren Namen in „Chicago and Aurora
Railroad“ und baute ihre Strecke weiter westwärts von Aurora nach
Mendota (Illinois), wo eine Verbindung mit der Illinois Central Railroad
erfolgte. Es folgte der Weiterbau der Strecke nach Galesburg (Illinois),
später einer der wichtigsten Knotenpunkte der Bahn.
Am 14. Februar 1855 änderte die Gesellschaft erneut ihren Namen, diesmal
in „Chicago, Burlington and Quincy Railroad“ um. Im selben Jahr wurde
die Strecke zum Ostufer des Mississippi Rivers gegenüber von Burlington
(Iowa) von einer Fremdgesellschaft eröffnet. Mit der ein Jahr später
erfolgten Eröffnung der Strecke von Galesburg nach Quincy (Illinois),
ebenfalls am Mississippi gelegen, waren beide namensgebenden Städte
erreicht.
1857 wurde, ebenfalls von einer Fremdgesellschaft, eine kurze Strecke von
Galesburg nach Peoria (Illinois) eröffnet. Alle Linien waren spätestens
1865 von der CB&Q aufgekauft. Weiterhin baute die Bahn ihre eigene
Linie von Aurora nach Chicago und war damit unabhängig.
Streckennetz 1892
Die CB&Q wurde bald bekannt als eine der vornehmsten
"Farmbahnen", da sie landwirtschaftliche Gebiete, oft auch über
Zweiglinien, bediente. Mit dem stetigen Ankauf von Lokomotiven, Wagen,
Ausrüstung und Gleisen war es ihr 1862 möglich, an die Börse zu gehen.
Im selben Jahr galt sie als einzige Class I-Gesellschaft in den USA, die
immer ihre Dividende auszahlen konnte, sich noch nie überschuldete und
immer ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen konnte.
1864 war das Streckennetz bereits 400 Meilen lang.

1868 stellte die CB&Q zwei Brücken über den Mississippi bei
Burlington und Quincy fertig und erreichte damit erstmalig das
Staatsgebiet von Iowa einerseits und das jenige von Missouri andererseits.
In Burlington hatte sie Anschluss an die Burlington and Missouri River
Railroad (B&MR) und gegenüber von Quincy an die Hannibal and St.
Joseph Railroad (H&St.J).
Die H&St.J war die erste Gesellschaft in den USA, die Bahnpostwagen
zum Sortieren von Briefen verwendete. In St. Joseph am Missouri River
wurde die Post dann an den Pony-Express übergeben. Die B&MR baute
ihre Strecke weiter nach Nebraska, allerdings mit Hilfe einer
untergeordneten Gesellschaft, der 1869 gegründeten Burlington &
Missouri River Rail Road und vorerst ohne direkte Schienenverbindung über
den Missouri River.
Im Sommer 1870 erreichte die Tochtergesellschaft Lincoln, die neue
Hauptstadt Nebraskas, und 1872 Kearney (Nebraska). Im selben Jahr übernahm
die Chicago, Burlington & Quincy Railroad die Muttergesellschaft in
Iowa.
Bis zu diesem Zeitpunkt stellte wiederum die Tochtergesellschaft bei
Plattsmouth (Nebraska) die fehlende Brücke über den Missouri River
fertig; ihr nächstes Bauziel lautete nun Denver in Colorado. Auch die
Tochtergesellschaft wurde nun von der CB&Q übernommen, die den Bau
fortsetzte und Denver im Jahre 1882 erreichte. Mit der Fertigstellung kam
auch die erste direkte Schienenverbindung von Denver nach Chicago
zustande. Ein Jahr später übernahm die CB&Q schließlich die
Hannibal and St. Joseph Railroad.
Die schnelle Expansion nach dem Sezessionskrieg basierte auf einem
gesunden finanziellen Management, das von John Murray Forbes aus Boston
und seinem Unterstützer Charles E. Perkins geleitet wurde. Perkins war
ein erfolgreicher Manager, der schließlich ein System aus mehreren
vormaligen Tochtergesellschaften schmiedete, wodurch sich unter seinem
Firmenvorsitz von 1881 bis 1901 die Größe der Bahngesellschaft
verdreifachte.
1901 erwarben die damals von James J. Hill beherrschten Bahngesellschaften
Great Northern Railway und Northern Pacific Railway 98% der Burlington
Route. Eine Fusion der drei Gesellschaften sollte jedoch noch 69 Jahre
dauern.

Lokomotive der Bauart Prairie (1'C1'), gebaut von Baldwin Locomotive Works
für die Chicago, Burlington and Quincy RailroadDer Erste Weltkrieg hatte
auf die Bahngesellschaft den gleichen Effekt wie auf die anderen: In den
1920er Jahren schwollen die Güterbahnhöfe mit Waggons über. Mit der
Weltwirtschaftskrise musste die CB&Q einen guten Teil davon
verschrotten. Obwohl der Passagierverkehr langsam zurückging, führte die
Bahn in dieser Zeit den berühmten Zephyr-Betrieb ein.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die CB&Q überschwommen von überlasteten
Dampflokomotiven in einer Fahrzeugflotte, die bereits im Zeichen der
Verdieselung stand. Die Gesellschaft begann die Verdieselung mit
Lokomotiven von EMD, deren Fabrik sich in McCook (Illinois), in geeigneter
Weise südlich der dreigleisigen Hauptlinie bei LaGrange (Illinois),
befand.
1959 war mit dem Abstellen der letzten Dampflokomotive die Verdieselung
beendet.
Als sich in den 1960er Jahren die finanzielle Situation der
US-amerikanischen Bahnen verschlechterte, fusionierte die Chicago,
Burlington and Quincy Railroad am 2. März 1970 gemeinsam mit der Great
Northern Railway, der Northern Pacific Railway und der Spokane, Portland
and Seattle Railway zur Burlington Northern Railroad.