Manchester United - (de)
Der Klub wurde als Newton Heath L&Y Railway Football Club
1878 gegründet und war eine Arbeitermannschaft des Lancashire
and Yorkshire Railway Betriebswerkes in Newton Heath. Unter
diesem Namen war man im Jahr 1889 Gründungsmitglied der Liga
„Football Alliance“. Nach dem Zusammenschluss der Football
Alliance mit der Football League trat man dieser 1892 bei.
1902 drohte dem seit 1890 als Newton Heath F. C. firmierenden
Verein der Konkurs. John Henry Davies übernahm zusammen mit
einigen Geschäftsleuten die Schulden und rettete so den Verein.
Am 28. April 1902 erfolgte auf seinen Wunsch die Umbenennung in
Manchester United. Er änderte die Vereinsfarben von gold/grün
zum heutigen rot/weiß. 1908 und 1911 konnte Manchester United
die Liga gewinnen, in den folgenden Jahrzehnten blieben weitere
Erfolge aus. Zwischenzeitlich stieg man in die Second Division
ab, ein Abstieg in die Third Division wurde nur knapp vermieden.
Erst 1938 gelang die dauerhafte Rückkehr in die First Division.

Mit der Berufung von Matt Busby als Trainer begann 1945 eine
neue Ära für den Verein. In den ersten drei
Nachkriegsspielzeiten erreichte man den zweiten Platz. 1948
holte man mit dem FA Cup den ersten Titel nach langer Pause.
1952 folgte die englische Meisterschaft. Busby setzte auf eine
konsequente Jugendarbeit, was dem Team den Spitznamen „Busby
Babes“ einbrachte. Nach mittelmäßigen Platzierungen gelang
1956 der erneute Gewinn der Meisterschaft, bei der das
Durchschnittsalter der Mannschaft 22 Jahre betrug. 1957 wurde
Manchester United zum ersten englischen Vertreter im Europapokal
und erreichte das Halbfinale.
1958 folgte die Tragödie. Am 6. Februar flog die Mannschaft von
einem Europacupspiel gegen Roter Stern Belgrad (3:3 nach 3:0-Führung)
heim, als das Flugzeug beim Start nach einer Zwischenlandung auf
dem Flughafen München-Riem während eines Schneesturms verunglückte.
Acht Spieler starben, zwei erlitten Verletzungen, die ihr
Karriereende bedeuteten. Unter den Toten waren unter anderem
Roger Byrne, Tommy Taylor und Duncan Edwards, der wenige Tage
nach dem Absturz seinen schweren Verletzungen erlag. Der 21-jährige
Duncan Edwards war damals vielleicht das größte englische
Talent, das viele Experten auf dem Weg zu einem der größten
Spieler Englands sahen. Unter den Verletzten waren unter anderem
Bobby Charlton, Bill Foulkes und Torhüter Harry Gregg.

Nach seiner Genesung übernahm Busby das Traineramt erneut. Er
musste das Team komplett neu aufbauen und kaufte deshalb einige
namhafte Spieler ein. 1960 konnte der FA Cup gewonnen werden,
1965 und 1967 wurde die Meisterschaft gewonnen. 1968 wurde nach
Siegen über Hibernian Edinburgh, FC Sarajevo, Górnik Zabrze
und Real Madrid das Finale des Europapokals der Landesmeister
erreicht. Am 29. Mai wurde Benfica Lissabon im Wembley-Stadion
mit 4:1 nach Verlängerung geschlagen. Ein Jahr später trat
Busby als Trainer zurück.
In den folgenden Jahren geriet der Verein in eine schwere Krise.
Verschiedene Trainer konnten den Verein nicht zurück auf die
Erfolgsspur führen. 1974 stieg Manchester United in die in
Second Division ab, worauf aber der direkte Wiederaufstieg
gelang. 1976 erreicht man das Finale des FA Cup, den der Verein
im darauffolgenden Jahr gewinnen konnte. Nachdem bis 1981 kein
Titel mehr errungen werden konnte wurde Ron Atkinson der neue
Trainer. Mit dem Einkauf von Bryan Robson für 1.5 Millionen
Pfund wurde ein britischer Rekordtransfer getätigt. Weitere
Transfers folgten und mit ihnen kam der Erfolg zurück. Nach
zwei Triumphen im FA Cup 1983 und 1985 wurde die Mannschaft in
der Saison 85/86 nach 10 siegreichen Spielen zum Saisonauftakt
zum Favoriten auf den Meistertitel. Die Mannschaft brach jedoch
ein und wurde nur vierter. Nachdem in der folgenden Saison der
Abstieg drohte, wurde Atkinson frühzeitig entlassen.

Die Nachfolge trat Alex Ferguson an. Die Saison wurde im
Mittelfeld abgeschlossen. 1988 wurde man Vizemeister. 1990 stand
Ferguson kurz vor seiner Entlassung, ein Erfolg im FA Cup, den
man später gewinnen konnte, hielt ihn aber im Amt. 1991 gewann
Manchester United das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger
gegen den FC Barcelona und ging Im selben Jahr an die Börse.
Durch den Börsengang konnte man Einnahmen in Höhe von 18
Millionen Pfund lukrieren. 1992 konnte der Ligapokal gewonnen
werden und man wurde erneut Vizemeister. Mit dem Neuzugang Éric
Cantona konnte 1993 zum ersten Mal seit 26 Jahren die englische
Meisterschaft gewonnen werden. Im Todesjahr von Matt Busby
gelang Manchester das erste Double der Vereinsgeschichte. In der
Saison 94/95 wurde Cantona für 8 Monate gesperrt nachdem er
einen gegnerischen Fan mit einem Fußtritt angriff. In diesem
Jahr wurden beide Titel knapp verpasst. Nach der Saison wurden
einige Leistungsträger verkauft. Trotz vorhandener finanzieller
Mittel kaufte Ferguson keine Starspieler, sondern setzte auf
junge Spieler wie David Beckham (damals 20) oder Gary Neville
(ebenfalls 20). Nach der Rückkehr von Cantona startete
Manchester eine Aufholjagd an deren Ende der erneute Gewinn des
Doubles stand. 1997 konnte man die vierte Meisterschaft in fünf
Jahren feiern. Nach einer titellosen Saison folgte 1999 das
erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte. Als erster englischer
Verein konnte man das Triple gewinnen. Im Finale der Champions
League besiegte man dabei in Barcelona den FC Bayern München.
Nach einem 1:0 Rückstand nach 90 Minuten drehte Manchester
United ein verloren geglaubtes Spiel durch Tore von Teddy
Sheringham und Ole Gunnar Solskjær in der Nachspielzeit
innerhalb von einer Minute. Ferguson wurde daraufhin als
Anerkennung für seine Verdienste zum Ritter geschlagen.

Übernahme durch Malcolm Glazer
Im März 2003 begann Malcolm Glazer (76-jähriger Milliardär
aus den USA) damit, Aktien von Manchester United aufzukaufen. Er
erhöhte seinen Anteil bis 2005 auf 28 Prozent, und nach langem
Tauziehen sicherte sich der Milliardär am 12. Mai 2005 weitere
29 Prozent, die er den irischen Unternehmern John Magnier und
John Paul MacManus abkaufte. Damit hielt er die Mehrheit und bot
für die übrigen Aktien. Der Gesamtwert seiner Offerte: 790
Mio. £.
Das zum Kauf aufgenommene Darlehen schrieb Glazer auf den Verein
um, so dass Manchester United jährlich 20 Mio. Pfund zur
Tilgung aufwenden muss.
Am 16. Mai 2005 konnte Glazer seinen Anteil auf 75 % erhöhen,
was ihm erlaubte den Club von der Börse zu nehmen. Am 28. Juni
gehörten ihm bereits 98 % der Aktien, womit eine
Zwangsabfindung der restlichen Kleinaktionäre ermöglicht
wurde. Somit ist der Verein nun Privateigentum der
Glazer-Familie. Malcolm Glazers Söhne Joel, Avram und Bryan
wurden in den Vorstand berufen.
Mit Protestaktionen hatten viele Fans bis zuletzt versucht, die
Übernahme durch Glazer, dem auch das American Football Team der
Tampa Bay Buccaneers gehört, zu verhindern. Fans des Vereins,
die schon vorher mit der zunehmenden Kommerzialisierung, den
hohen Kartenpreisen und der schwindenden Einflussnahme
unzufrieden waren, gründeten daraufhin den neuen Klub FC United
of Manchester. Zu den Spielen von Manchester United (Premier
League) kamen in der Saison 2005/2006 durchschnittlich 68.800
Zuschauer pro Heimspiel.
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