Lockheed Martin - (de)
Die Lockheed Martin Corporation wurde im März 1995 gegründet. Sie ist
ein Zusammenschluss der Firmen Lockheed Corporation und Martin Marietta
Corporation. Sitz der Firma ist Bethesda, Maryland in den USA.
In Folge der Fusion sowie schwerer finanzieller Probleme in den späten
1990er-Jahren wurden größere Anteile an zwei Firmen des Investors
T.M.M.H. sowie an den britischen Konkurrenten BAE Systems verkauft. Dieser
löste dadurch Lockheed Martin vorübergehend als größten Rüstungskonzern
der Welt ab. Nach einer umfangreichen Sanierung konnte Lockheed Martin
diesen Titel jedoch bereits 2004 wieder für sich beanspruchen.
Im Oktober 2001 erhielt Lockheed den Auftrag für das größte
Kampfflugzeugprogramm der Nachkriegszeit, den Joint Strike Fighter. Dieser
Auftrag brachte dem Konzern neuen Auftrieb.

Die Abteilung Transportation and Security Solutions (Transport- und
Sicherheitslösungen) erhielt 2005 den Zuschlag für den Aufbau des
Archivierungssystems des Electronic Records Archive (ERA) der National
Archives and Records Administration (NARA). Finanzvolumen: 308 Mio.
Dollar.
Das Tochterunternehmen Lockheed Martin Commercial Space System (LMCSS)
entwickelt und baut Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten.
Die Geschäftsfelder von Martin Marietta umfassten u.a. auch den Bau von
Raketen- und Fernlenkwaffen. Unter anderem werden von Lockheed Martin
nunmehr die Booster-Raketen für den Start der Space Shuttles gebaut,
deren Versagen im Jahre 1986 zu einem der folgenschwersten Unglücke in
der Geschichte der NASA führte – der Challenger-Katastrophe.

In Deutschland wurde der Name Lockheed durch die in den 1950er-Jahren bei
der Lufthansa eingesetzten viermotorigen Langstreckenflugzeuge Super
Constellation und Superstar sowie in den 1960er-Jahren durch die
Starfighter-Affäre einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. In Japan löste
die Firma eine der größten Korruptionsaffären aus, den
Lockheed-Skandal.
Anfang der 1990er-Jahre übernahm Lockheed von Loral die Goodyear
Aerospace Corporation inklusive der Typenzertifikate für die
Goodyear-Luftschiffe. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts arbeitet Lockheed u.a.
auch an militärischen Luftschiffen. Am 31. Januar 2006 fand der
Jungfernflug des Prototypen Lockheed Martin P-791 statt.