Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven - (de)
Die Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven war die bedeutendste Marinewerft in
der Zeit des Dritten Reiches.
Die Kriegsmarinewerft ging nach dem Ende des Ersten Weltkrieges aus der
Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven hervor und trug bis 1935 den Namen
Reichsmarinewerft. Sie befand sich im Besitz der Reichsmarine (ab 1935
Kriegsmarine) und war in erster Linie mit der Reparatur und der Wartung
von Kriegsschiffen befasst. Neubauten wurden in der Regel nur als "Füllaufträge"
angenommen, um den hohen Stand an Personal, Wissen und Maschinen zu
halten.

Die Werft, die sich anfangs nur um den Bauhafen konzentrierte, wurde über
die Jahrzehnte immer weiter ausgebaut. Oberhalb des Hafenkanals entstanden
Ausrüstungsmagazine, der Hafenkanal wurde ausgebaut und die Wasserfläche
ab sofort Ausrüstungshafen genannt. Ab etwa 1900 kam eine
Torpedobootswerft (zwischen der heutigen Ersten Einfahrt und der
Kaiser-Wilhelm-Brücke) hinzu. Ab 1910 reichte dieser Werftbereich schon
nicht mehr aus, so daß ab 1919 die UTO-Werft (U-Boot- und
Torpedobootswerft) im Westteil des heutigen Banter Sees (Tirpitz-Hafen) in
Betrieb ging. Oberhalb des Bauhafens wurden ab 1900 die drei großen
Trockendocks IV, V und VI gebaut.

Zu den bekanntesten hier gebauten Schiffen gehören die Schlachtschiffe
Tirpitz und Scharnhorst, die Leichten Kreuzer Emden, Königsberg und Köln
sowie die Panzerschiffe Admiral Graf Spee und Admiral Scheer. Außerdem
wurden zahlreiche U-Boote, Torpedoboote und kleinere Kriegsschiffe
produziert. Die Werft wurde im Krieg teilweise zerstört (blieb aber immer
einsatzbereit). Ab 1946 erfolgte die durch die britische Besatzungsmacht
befohlene Demontage. Ca. 95% der Gebäude wurden gesprengt und abgetragen.
Auf dem Areal befindet sich heute das Marinearsenal der Deutschen Marine.
Nur das Haupttor (Tor 1), die mittlerweile modifizierte Schiffbauhalle und
Teile der ehemaligen Werftfeuerwehr sind noch vorhanden. Größtes noch
existierendes Exponat der Werft ist der Schwimmkran "Langer
Heinrich", der mittlerweile in Genua stationiert ist.